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Das ist der #DigitalCheckNRW

Der #DigitalCheckNRW ist ein Herzensprojekt der Landesregierung in NRW. Ziel ist es, digitale Teilhabe für alle Bürger*innen zu ermöglichen.

Über den Check könnt Ihr eure eigene Medienkompetenz prüfen und durch passendes Weiterbildungsangebot noch vorhandene Lücken schließen.

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Was ist eigentlich Social Media?

– So kannst du da mitmachen

Es gibt viele Möglichkeiten über das Internet mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, Informationen zu teilen und sich unterhalten zu lassen. Eine Möglichkeit, die all diese Arten des Austausches vereint, nennt sich „Social Media“. Aber was genau bedeutet das? Wie funktioniert es? In diesem Text wollen wir Social Media einfach und verständlich erklären.

Was bedeutet Social Media und was kann ich auf diesen Plattformen tun?

 

Social Media (die englische Übersetzung von „soziale Medien“) ist ein Sammelbegriff für Websites und Apps, die es Menschen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren, Bilder und Videos zu teilen oder einfach ihre Gedanken und Meinungen auszutauschen. Kurz gesagt: Es handelt sich um Online-Plattformen für soziale Kommunikation. Manchmal wird auch der Begriff „soziale Netzwerke“ verwendet und das ist nicht ganz falsch, denn wo Menschen zum Austausch zusammenkommen, egal, ob analog oder digital, bilden sich automatisch sozial vernetzte Gruppen. Sind aber explizit Websites und Apps gemeint, auf denen sich Gruppen digital über das Internet austauschen, dann sind die Begriffe „Social Media“ oder „soziale Medien“ passender.

Social Media ist vergleichbar mit einem Marktplatz, auf dem Menschen sich treffen, plaudern und Informationen austauschen oder einfach am Rande des Platzes sitzen und dem Geschehen zuschauen. Hier gibt es Marktschreier*innen, die Produkte verkaufen, und prominente Persönlichkeiten, die Nähe zu ihren Fans suchen oder das Publikum unterhalten. Freunde oder Familien nutzen den Markt als gemeinsame Unternehmung, andere suchen etwas bestimmtes oder sind beruflich dort. Social-Media-Plattformen sind jedoch viel größer als lokale Marktplätze. Mit einem Smartphone, Tablet oder Computer kannst du an diesem Geschehen teilnehmen, Menschen kennenlernen, die nicht in deiner Stadt wohnen, Fotos und Videos austauschen und Kontakt zu Freunden und Verwandten halten. Du musst diese Funktionen nicht alle nutzen; es liegt an dir, wofür du Social Media verwendest.

Deine ersten Schritte auf Social Media

1. Hast du ein passendes Gerät?

Um mitzumachen, benötigst du ein Smartphone, Tablet oder einen Computer sowie eine Internetverbindung. Für die Anmeldung auf einer Social-Media-Plattform brauchst du Zugangsdaten, meist eine E-Mail-Adresse und ein sicheres Passwort. 

Hast du noch keine E-Mail-Adresse? Das Anlegen geht schnell und viele Menschen haben bereits eine, sodass dir sicher jemand helfen kann. Wie du dir eine E-Mail-Adresse selber einrichten kannst, erfährst du hier.

2. Erstelle dein Profil!

Nach der Anmeldung legst du dein eigenes Profil an, also einen Steckbrief über dich. Teile keine sensiblen Informationen und stelle sicher, dass deine Angaben nur für Freunde*innen sichtbar sind – das kannst du meistens in den Einstellungen für Privatsphäre auswählen. Danach kannst du nach „Freunden“ und Menschen suchen, die du schon kennst, und sie hinzufügen, damit sie deine Beiträge sehen und mit dir kommunizieren können. Personen, die deinen Beiträgen folgen, heißen „Follower“ (englisches Wort für „Folgende*r oder Anhänger*in“).

3. Werde Teil der Gemeinschaft!

Beobachte zunächst, was andere tun und welche Beiträge sie teilen. Sobald du ein Gespür dafür hast, kannst du eigene Fotos, Videos oder Texte erstellen. Achte dabei immer auf deine Privatsphäre und auch die Privatsphäre von anderen. Du darfst beispielsweise keine Fotos von anderen Personen teilen, wenn du sie nicht vorher um Erlaubnis gefragt hast. Jede Person hat das Recht, selbst zu entscheiden, welche Fotos und Informationen über sie veröffentlicht werden. Teile außerdem nie Fotos, auf denen Kinder zu erkennen sind, um sie vor Missbrauch zu schützen.

Die bekanntesten sozialen Medien und ihre Fallstricke

Verschiedene soziale Medien bieten ähnliche Interaktionsmöglichkeiten, haben jedoch eigene, nicht immer vorteilhafte Besonderheiten. Alle großen Plattformen vereint, dass sie umfangreiche Daten von Nutzer*innen sammeln, darunter persönliche Daten und Informationen zum Nutzungsverhalten. Dies führt zu Problemen: Mangelnde Transparenz lässt die Nutzer*innen im Unklaren über die Verwendung ihrer Daten. Werden deine Daten zudem nicht gut geschützt, können sie in falsche Hände geraten und für Identitätsdiebstahl genutzt werden. Außerdem gehört es meist zum Firmengeheimnis der einzelnen Plattformen, wie genau die Algorithmen (automatische Programme) gestaltet sind. Zum Beispiel die Algorithmen zum Sortieren und Filtern von Nachrichten: Natürlich werden dir als Nutzer*in nicht Milliarden von Inhalten gleichzeitig angezeigt. Diese werden an dein Alter, deinen Wohnort, deine Interessen und Dutzende andere Faktoren angepasst, doch selbst bestimmen kannst du das nicht.

Um dir einen Überblick über das vielfältige Angebot von sozialen Medien zu geben, zeigen wir dir hier einige bekannte soziale Medien und weitere Beispiele für Herausforderungen, die diese mit sich bringen:

Instagram

Im Vordergrund steht das Teilen von Fotos und kreativen Videos, sogenannten „Reels“. Eine markante Funktion sind außerdem die „Stories“, bei denen Bilder und Videos 24 Stunden sichtbar sind und spontane Einblicke in den Alltag bieten. Bei Instagram liegt der Fokus auf Ästhetik und Selbstinszenierung, was viele Trends hervorbringt, vor allem bei jungen Menschen. Eine Herausforderung ist, dass die Nutzer*innen oft mit „mehr Schein als Sein“ konfrontiert werden, was ihr Selbstbild verzerren kann und stereotype Rollenbilder verstärkt. Wer die Plattform sehr aktiv zum Teilen von Inhalten nutzt und private Einblicke gewährt, läuft dabei Gefahr, die eigene Privatsphäre zu verlieren und macht sich zudem anfällig für Anfeindungen. Außerdem tummeln sich auf der Plattform viele Unternehmer*innen, die Werbung als praktische Tipps tarnen, wodurch unbemerkt Einfluss auf Interessen und Kaufverhalten genommen wird. Personen, die Einfluss auf Nutzer*innen ausüben, nennt man „Influencer*innen“. Wer viele Follower (interessierte Beobachter*innen) hat, trägt somit eine große Verantwortung für die geteilten Inhalte und kann diese Macht auch missbrauchen.

TikTok

TikTok ist eine Plattform für kurze, kreative Videos von 15 bis 60 Sekunden. Die Nutzer*innen können ihre Videos mit Musik und Effekten ansprechender gestalten. Im Vordergrund stehen Musik und Tanz, aber auch „Challenges“, bei denen Nutzer*innen sich selbst filmen und kreative, manchmal recht verrückte Aufgaben erfüllen. Dabei geht es oft darum, mehr Klicks und Aufmerksamkeit als andere zu bekommen. Diese Challenges können jedoch gefährlich sein, insbesondere wenn sie lebensgefährliche Mutproben beinhalten. Die vielen Zuschauer*innen wirken als Ansporn, wodurch die Grenzen zwischen lustigen Aktionen und riskanten Handlungen verschwimmen können. Zudem sind Beleidigungen, Mobbing und hasserfüllte Kommentare unter den Videos häufig anzutreffen, da die riesigen Mengen an Inhalten von den Moderator*innen der Plattform nicht ausreichend geprüft werden können.

Facebook

Facebook ist eine der ältesten und größten Plattformen, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben und sich in Gruppen über gemeinsame Interessen auszutauschen. Der Fokus liegt auf dem Teilen von Texten, Fotos und Videos. Die Nutzer*innen erstellen vor allem Beiträge, die ihre Gedanken oder Erlebnisse zeigen. Wichtige Funktionen sind die „Gruppen“, in denen Menschen mit ähnlichen Interessen Informationen austauschen und auf Veranstaltungen hinweisen, was besonders wertvoll für Hobbygruppen ist. Dies kann jedoch gefährlich werden, wenn sich Gruppen zu politischen, religiösen oder ideologischen Inhalten zusammenfinden. Die Dynamik in solchen Gruppen kann extreme Haltungen verstärken und zur Radikalisierung führen. Auf Facebook wird die Kommunikation zudem nicht gut moderiert, sodass Hass und Anfeindungen viel Raum finden.

X (ehemals Twitter)

Die Plattform ist auf kurze Nachrichten spezialisiert, die auf 280 Zeichen begrenzt sind, was etwa zwei bis drei kurzen Sätzen entspricht (nennt sich „Mikroblogging“). Im Fokus liegt die schnelle und prägnante Verbreitung von Informationen, vor allem zu aktuellen Themen und Meinungen. Daher nutzen viele Menschen die Plattform zur Informationsbeschaffung. Eine besondere Herausforderung auf X ist, dass die Plattform Elon Musk gehört, einer sehr reichen Person mit viel Einfluss, die offen rechtsradikales Gedankengut teilt. Die raue Kommunikation auf X wird unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und mittels Algorithmen so gelenkt, dass gezielt hitzige Diskussionen entstehen. Die mangelnde Moderation der Inhalte begünstigt den scharfen Ton zusätzlich. Dadurch verbreiten sich auch alsche Informationen, Hass und Anfeindungen sehr schnell.

YouTube

Dabei handelt es sich um eine Video-Plattform zum Anschauen und Hochladen von Inhalten. Besonders beliebt sind Musik, Unterhaltung und Erklärvideos (Tutorials) zu vielen verschiedenen Themen – von Kochrezepten über Reiseberichte bis hin zu Fitnessübungen. Bei Jugendlichen ist die Kategorie „Let’s play“ sehr beliebt, in der Spieler*innen ihre Erfahrungen und Tipps beim Videospielen teilen. Die Vielzahl an Videos bedeutet jedoch auch, dass viele falsche Nachrichten und irreführende Inhalte kursieren. Die Kommunikation erfolgt hauptsächlich über die Kommentarfunktion, was bei politischen Themen zu hitzigen Diskussionen führen kann. Zudem spielen verstecktes Sponsoring und der Einfluss von Influencer*innen auch hier eine große Rolle.

Pinterest

Auf Pinterest können Nutzer*innen Bilder und Ideen zu verschiedenen Themen sammeln und teilen, ähnlich wie „Pins“ an einer Pinnwand. Beliebte Themen sind Rezepte, Gartenideen, Reiseziele, Kunst und Handwerk (vor allem Anleitungen für kreative Ideen zum selber Nachmachen). Die Plattform dient mehr als Inspirationsquelle und weniger der persönlichen Kommunikation. Wie bei Instagram steht die Ästhetik im Vordergrund, was Druck erzeugen und unrealistische Erwartungen an die eigenen Fähigkeiten hervorrufen kann. Zudem sind nicht alle Inhalte vertrauenswürdig und könnten das Urheberrecht verletzen, denn oft ist unklar, ob Nutzer*innen ihre eigenen Fotos teilen oder Bilder von anderen Seiten verwenden. Außerdem mischen sich viele Werbeinhalte (Anzeigen, die zu externen Websites führen) unter die Beiträge, die nicht sofort als solche erkennbar sind.

 

Unbekanntere Social-Media-Plattformen

Facebook und Instagram gehören zur Firma „Meta“, die eine enorme Datenbasis für Analysen nutzt und die Kommunikation von Millionen Menschen steuern kann. Auch auf X werden viele Daten gesammelt, was dem Betreiber große Macht über die Kommunikation verleiht. YouTube gehört zur Firma Alphabet, der auch die Firma Google gehört. Alle bekannten sozialen Medien sind Teil riesiger Datenmaschinerien. 

Eine interessante Alternative, die nur wenige Daten sammelt und nicht zentral gesteuert wird, ist ein Zusammenschluss vieler verschiedener sozialer Medien: das sogenannte „Fediverse“. Die bekanntesten Plattformen im Fediverse sind: 

• Mastodon, für Mikroblogging ähnlich wie X, 

• Pixelfed, fokussiert auf Fotos wie Instagram, 

• Friendica, als Facebook-Alternative, 

• und PeerTube, als Alternative zu YouTube. 

Das Besondere: Nutzer*innen wählen aus hunderten Anbieter*innen (Instanzen), wo sie ihren Account anlegen möchten, können aber mit allen anderen Nutzer*innen kommunizieren, sogar Plattform übergreifend. So kann beispielsweise jemand auf einem Mastodon-Account auch mit Beiträgen auf Pixelfed interagieren und z. B. Bilder kommentieren, ohne einen zusätzlichen Pixelfed-Account anlegen zu müssen. Jede Instanz hat eigene Regeln und Moderator*innen für die Inhalte, wodurch unkonstruktive Hassnachrichten besser eingedämmt werden können. Es gibt im Fediverse kaum Werbung (gehört auf vielen Instanzen zu einer der obersten Regeln) und da die Daten der Nutzer*innen nicht alle bei einem einzigen Anbieter gespeichert werden, hat niemand die Macht, durch Algorithmen die gesamte Kommunikation zu lenken.

Stärke deine digitalen Kompetenzen für die sichere Nutzung von Social Media

Social Media ist eine großartige Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben, Neues zu lernen und sich zu unterhalten – bequem von zu Hause aus. Mit etwas Übung wird die Bedienung zur Gewohnheit. Dennoch darfst du die Gefahren nie aus dem Blick verlieren.

Übe den Umgang mit Smartphones und Tablets, um ein Gespür für die Bedienung digitaler Geräte zu entwickeln.

Lerne, wie du mit schädlichen Inhalten umgehen kannst, z. B. beleidigenden oder hasserfüllten Beiträgen.

Informiere dich hier über Radikalisierung im Netz und deren Prävention. 

Lerne, falsche Accounts und Betrugsmaschen zu entlarven. Hier kannst du etwas dazu nachlesen.

Informiere dich über den Einfluss von Algorithmen auf die Verbreitung von Inhalten und Meinungen. Hier gibts Infos zu Algorithmen.

Mache dich mit Desinformation vertraut und erkenne gezielt gestreute Falschnachrichten. In unserem Test lernst du mehr.

Überlege, welche persönlichen Informationen du nicht veröffentlichen solltest.

Stand: 24.03.2025
Autor*innen: Jessica Wawrzyniak